Depressionen im Kindes und Jugendalter

Wichtige Änderungen und Ergänzungen der Leitlinie S3 zur Behandlung

Depressive Störungen gehören weltweit zu den häufigsten psychischen Erkrankungen und treten bereits im frühen Kindesalter auf. Die Prävalenz steigt im Jugendalter auf etwa acht Prozent deutlich an. Die COVID-19-Pandemie hat diese Entwicklung zusätzlich verstärkt.

Psychotherapie bleibt vorrangige Therapie

Für alle Altersgruppen und Schweregrade empfiehlt die Leitlinie weiterhin Psychotherapie als vorrangige Behandlungsform. Erste Wahl ist die kognitive Verhaltenstherapie (KVT). Sie zielt darauf ab, ungünstige Denkmuster und Verhaltensweisen zu erkennen und gezielt zu verändern. 

Gleichzeitig wurden die Empfehlungen zur Pharmakotherapie bei mittelgradigen und schweren Depressionen erweitert: Neben Fluoxetin gelten nun auch Sertralin und Escitalopram als Pharmakotherapien der ersten Wahl.

Größere Rolle für ergänzende Maßnahmen

Die Leitlinie empfiehlt erstmals ausdrücklich Sport und Bewegung, künstlerische Therapien sowie begleitende Maßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Ärztinnen und Ärzten, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie Fachleuten aus der Ergotherapie, Kunsttherapie und Bewegungstherapie wird damit explizit gestärkt.